Der Brexit, oder wie man mit Filmzitaten ein Land aus der EU treibt

Die bekannteste Szene aus Roland Emmerichs Kino-„Meisterwerk“ Independence Day von 1996 ist wohl die Motivationsrede des jung-dynamischen amerikanischen Präsidenten am Vorabend des entscheidenden Angriffs auf das Alien-Mutterschiff. Mit einem Pathos, das so nur schlechtes Hollywood kann, verkündet der von Bill Pullman gespielte Präsident, dass die Weltrettung natürlich mal wieder in den Händen der Amerikaner liege. Der Film insgesamt und besonders diese Szene ist gewissermaßen der fleischgewordene feuchte Traum des rechtskonservativen Redneck-Amerikaners: Der gutaussehende Jungpräsident ist einer von „ihnen“, Ex-Fighterpilot, der auch nur wenige Minuten später in einen Kampfjet steigen wird um als Verkörperung des amerikanischen starken Mannes die fiesen Aliens fast im Alleingang abzuknallen, vorher aber anderthalb Minuten lang leere Phrasen über „‚Merica“ und „Freedom“ drischt. Überschwenglichst salutieren seine Hinterwäldler-Soldaten, wenn er die Entscheidungsschlacht gegen die Aliens schließlich mit den Worten „Today we celebrate our Independence Day“ einläutet. Der Brexit, oder wie man mit Filmzitaten ein Land aus der EU treibt weiterlesen