Was ist der Kosmopolitenblog?

In Anbetracht der extremen Übersättigung des Internets als medialer Raum, steht jeder weitere Beitrag zunächst unter einem gewissen Rechtfertigungsdruck. Deshalb hier ein kleiner FAQ zu der Frage, was der KosmoPolitenBlog ist und sein will (mit dem Verweis auf den Beitrag In eigener Sache für alle Interessierten).

  1. Was wollen wir?: Mit der sogenannten „Flüchtlingskrise“, bestens vorbereitet durch die „Griechenlandkrise“, ist in unserer Gesellschaft, bzw. genauer und vor allem in der öffentlichen Diskussionskultur unserer Gesellschaft, ein  massiver Rechtsruck geschehen. AfD, Pegida & Co. dominieren seitdem sowohl in der Politik als auch in der Presse die Debatten, und über die egoistischen, zynischen und leider oftmals menschenverachtenden und fremdenfeindlichen Ängste und Vorurteile „besorgter Bürger“ aus der „Mitte der Gesellschaft“ wird ernsthaft diskutiert, als ob diese in irgendeiner Weise Realitäten abbilden würden. Eine solche Diskussionskultur spiegelt zum einen unserer Meinung nach nicht unsere tatsächliche gesellschaftliche Wirklichkeit wider, und zum anderen halten wir sie für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft, die von sich behauptet, einem rechts- und sozialstaatlichen, sowie einem humanitärem Prinzip verpflichtet zu sein, für inakzeptabel. Uns ist klar, dass dieses Ungleichgewicht in der Diskussionskultur auch sehr stark dadurch entstanden ist, dass sich die große Masse hilfsbereiter Menschen, die sich für Menschen in Not engagieren und sehr viel investieren, um diesen Menschen zu helfen, eben nicht tagtäglich auf Twitter, Facebook oder ins Fernsehen begeben, um dort laut zu schreien, ganz im Gegenteil. Nichtsdestotrotz kann man die große Gefahr, die aktuell von diesem Rechtsruck für unsere Gesellschaft ausgeht, nicht ignorieren. Deshalb wollen wir versuchen, vor allem dieser stillen Masse, deren Haltungen und Überzeugungen wir zutiefst teilen, hier eine Stimme zu geben.
  2. Wer sind wir?: Wir sind eine kleine Gruppe, ungefähr 30jähriger Menschen, die leider aus pragmatischen Gründen das, was wir hier tun, nicht hauptberuflich tun können. Was wir hier an Meinungen, Kommentaren, und in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft auch hin und wieder kleineren Reportagen veröffentlichen, das produzieren wir in unserer Freizeit. Diese Erwartung müssen wir realistisch für uns in Anspruch nehmen. Das ist sicherlich nicht genug, aber für den Moment ist es ein Anfang…
  3. Was für Formate möchten wir bieten?: Das Anfangsangebot dieses Blogs besteht neben diesem kurzen Beitrag aus einer Grundsatzerklärung zum Wesen desselben und einem Kommentar zu einem Politittalk der ARD. In der ersten Zeit wird dieses Format des Kommentars von Sendungen wie Anne Will, hart aber fair, Maybritt Illner und Maischberger das dominierende sein, da ich mitunter diese Sendungen beizeiten für einige der größten Schuldigen des beschriebenen Rechtsrucks halte. Wir möchten das Spektrum an Formaten aber erweitern auf Kommentare zu innen- und außenpolitischen Themen – im Moment sind das hauptsächlich die Flüchtlings- und die Europapolitik – sowie einen theoretischeren Bereich, den wir „Schwerpunkte“ nennen. Hier möchten wir uns auf einer abstrakteren Ebene politischen und gesellschaftlichen Themen wie dem für uns namensgebenden Kosmopolitismus nähern.

Bei all dem gilt zu beachten, dass wir keine ausgebildeten Journalisten sind, und dass wir einem journalistischen Infomationsauftrag und -anspruch nicht gerecht werden können. Das ist auch in keiner Weise das Ziel dieses Blogs. Ebenso vermitteln wir keine Neutralität à la „die AfD sagt das, andere sagen das“, sondern machen im Gegenteil aus unseren eigenen Überzeugungen keinen Hehl. Allerdings verpflichten wir uns dem Prinzip der Objektivität was die Vermittlung dieser Überzeugungen anbelangt und werden diese so weit als nur irgend möglich mit Informationen und Tatsachen zu belegen versuchen, anstatt ohne Grundlage zu spekulieren. Im Kern des Rechtsrucks steht das Problem, dass unsere Medien und Presse ihre Funktion als vierte Gewalt und als Korrektiv von Politik und Gesellschaft vor allem in Bezug auf die Flüchtlingspolitik teils nur noch sehr unregelmäßig wahrnehmen. Auf das rechte Geschrei von der „Lügenpresse“ haben sie scheinbar vielmehr mit der Angst reagiert, selbst so gelabelt zu werden, und sich deshalb darauf eingelassen, das inkohärente und unwahrheitliche Gewäsch von Pegida & Co. tatsächlich als Ausdruck einer gesellschaftlichen Mitte aufzunehmen. Dagegen sprechen wir an…

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